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Im Profil: Thomas (Hüttenwirt)

Geboren ist Thomas (Hüttenwirt) 1970 und aufgewachsen im schönen Montafon (Vorarlberg). Schon als Kind waren die heimatlichen Berge sein ständiger Aufenthaltsort: Im Winter auf der Skipiste und im Sommer auf den Bergen in Vorarlberg. Nach der Ausbildung wurde Tirol dann zum Lebensmittelpunkt. Nach vielen Jahren in der IT wuchs der Wunsch nach einem “realen Leben” abseits der 100% recyclebaren Bits and Bytes und gleichzeitig der Reiz, mehr Verantwortung zu übernehmen und Veränderungen selber anzustoßen, bis es dann soweit war. Im Sommer 2007 wurden Bildschirm und Tastatur durch Serviertablett und Kochlöffel ausgetauscht.

Wie Komveni entstand

Ganz untreu ist Thomas der IT aber nie geworden. In der Zeit, die er sich nicht mit dem Leben als Hüttenwirt vergnügen konnte, wickelte er immer Projekte in diesem Bereich ab. Bis Anfang 2022 die Entscheidung fiel, auch seine Erfahrungen mit den eigenen Reisen (ROAMING), dem eigenen Lebensstiel (LYFESTYLE), den eigenen sportlichen Erfahrungen (SPORTS+ADVENTURE), als Hundebesitzer (MEIN BESTER FREUND), der selber verwendeten Ausrüstung (TOOLS-TO-USE) wie zum Beispiel die Wollschuhe und als Hüttenwirt (GASTFREUNDSCHAFT/GAST) und IT-Profi (GASTFREUNDSCHAFT/PROFI) auf Komveni zu teilen.

Die erste Berghütte

Die erste Berghütte (Neue Regensburger Hütte – Stubaital – Tirol) war eine lehrreiche Zeit. Dort konnte ich mich als Hüttenwirt sehr viel entwickeln und Erfahrung sammeln. Durch die anspruchsvolle Bewirtschaftung dieser Berghütte mit der Materialseilbahn für die Versorgung, einem eigenen Wasserkraftwerk für den Strom und allem anderen, was eine autarke Versorgung ausmacht, waren die ersten Schritte zum Anders arbeiten auf einer Berghütte gesetzt.

Hüttenwirt Thomas Eder

Der Wechsel als Hüttenwirt zur Ravensburger Hütte entsprang dann dem Bedürfnis, wieder mehr zurück zu meinen Wurzeln zu kommen, zurück nach Vorarlberg. Zudem reizte es mich, mehr und andere Erfahrungen zu sammeln.

Roaming – die Kanaren

Auf Empfehlung eines Freundes reiste ich 2014, nach meinem ersten Besuch im Jahr 1988, wieder auf die Kanaren. Bei diesem Urlaub stellte ich fest, dass Sommer und Sonne auch für mich sehr wichtig sind. Als Hüttenwirt ist Sommer mit purer Arbeit verbunden und daher bleibt nur selten Zeit, die Wärme zu genießen.

Bei diesem ersten Besuch auf den Kanaren nach so vielen Jahren wurden die ersten Impulse für einen noch nachhaltigeren LIFESTYLE und einen verantwortungsvolleren Entscheidungsprozess als Hüttenwirt gesetzt.

Nachhaltigkeit bedeutet für mich Verzicht und Gewinn

Es hat lange gedauert, um annähernd begreifen zu können, wie ein globaler Konzern wie Patagonia sagen kann: ”Überleg, ob Du es brauchst, bevor Du es kaufst”. Diese Denkweise erschien mir bis zu dem Buch ”Lass die Mitarbeiter surfen gehen” von Yvon Chouinard ein Widerspruch für ein erfolgreiches Unternehmen. Es hat seine Zeit gebraucht, mich dazu durchzuringen Mitglied bei ”1% for the Planet” zu werden. Inzwischen verzichte ich auf 1% meines Nettoumsatzes und gewinne gleichzeitig die Freude, als Unternehmer etwas bewirken zu können.

Als Hüttenwirt entscheide ich mich nach Möglichkeit für lokale/regionale und/oder nachhaltige Lieferanten – meine Buddys. Ich verzichte dadurch zwar manchmal auf viele Euros auf meinem Bankkonto, aber erwirtschafte stattdessen einen etwas anderen Gewinn für mich persönlich: Nämlich das Bewusstsein, nachhaltig etwas Gutes zu tun. Auf diesen Gewinn möchte ich nicht mehr verzichten. Soziale Verantwortung übernehmen zu können, ist ein Gewinn für mich als selbständiger Unternehmer.

Gastfreundschaft

Die Gastfreundschaft beginnt bei mir mit der Reservierungsanfrage. Jede Reservierung wird von mir persönlich und manuell bearbeitet. Ich möchte wissen, was die Wünsche und Bedürfnisse meiner Gäste sind.

Ebenso endet die Gastfreundschaft für mich auch nicht mit der Umfrage nach dem Besuch auf der Hütte. Teil meiner Gastfreundschaft ist es auch, für meine Gäste auf Komveni zu schreiben. Über Themen, die den Gast auf der Hütte interessieren und die sich in unzähligen Gesprächen mit Gästen auf der Hütte ergeben. Themen, die neue Impulse geben können. Und auch Themen aus meinem Leben.

Wie sieht so ein Tag als Hüttenwirt auf einer Berghütte aus?

Ein Tag als Hüttenwirt ist sehr abwechslungsreich. Das habe ich in einem eigenen Beitrag beschrieben und es gibt auch ein Video dazu.

Ein Tag als Hüttenwirt auf YouTube

Lifestyle Vanlife, Co-Working, …

Für mich ist es ein unbezahlbares Privileg, viel Zeit mit ROAMING und auf den Kanaren verbringen zu dürfen. Mein Büro in Strandnähe aufzustellen, auch wenn ich mal keine Zeit habe, das Meer zu geniessen. Vanlife ist ein LIFESTYLE, der es mir erlaubt, Sommer und Sonne zu erleben. Abstand zu gewinnen, um einen klaren Kopf zu bekommen. Eine Auszeit zu nehmen vom Alltagsstress und meinen normalen 16-h-Arbeitstagen auf der Berghütte, um neue Ideen entwickeln zu können.

Hüttenwirt - Roaming - Homeoffice
Home Office am Strand

Vanlife in Kombination mit Co-Working und Co-Living ist ein unbezahlbare Gelegenheit der Kreativität die notwendige Freiheit zu verschaffen.

Was es für mich bedeutet selbständig sein?

4 Monate durchgehend mal 7 Tage die Woche mal je 16h ergeben mehr Arbeitsstunden als ein durchschnittlicher Angestellter im ganzen Jahr hat. Dabei sind die Saisonvorbereitungen und die Nachbearbeitung noch nicht mal mitgerechnet.

Und wie praktisch bei jeder selbstständigen Tätigkeit gibt es auch keinen Krankenstand. Kein Arbeitslosengeld. Arbeitslosenversicherung? Pustekuchen, die ist unfinanzierbar teuer. Es bedeutet also: keine Arbeit = kein Geld!

Verdienst auf einer Berghütte als Hüttenwirt

Im Verhältnis zum Aufwand, dem Druck und dem Stress, dem Risiko und der Verantwortung? Es gibt sicher Berghütten, wo dieses Verhältnis passt, aber das sind meines Erachtens nach nur wenige.

In jeder Sommersaison stelle ich mir mindestens 1x die Frage: Warum mache ich das? Jeder in meinem TEAM bekommt im Verhältnis mehr bezahlt. Es ist also kein Sommerjob der finanziell zum reich werden taugt, und es ist ohne den ganzen Idealismus nicht machbar.

Hüttenwirt - Ausgleich Trailrunning
Hüttenwirt – Ausgleich Trailrunning

Sports + Adventure

Yoga, Trailrunning, Wandern, … sind nicht nur Aktivitäten, bei denen ich persönlich den Kopf frei bekomme. Es sind für mich notwendige Bestandteile meines Lebens. Indem ich mir regelmässige Bewegung abfordere, merke ich, wie ich entspannter und ausgeglichener werde. Das verbindet mich auch mit meinen Gästen die hauptsächlich als Wanderer oder Mountainbiker/eBiker kommen.

Hüttenwirt - mit Team
Hüttenwirt – mit Team

Team

Das TEAM ist einerseits einer der wesentlichsten Erfolgsfaktoren und andererseits der größte Risikofaktor für die Sommersaison auf der Hütte. Seit dem Beginn als Hüttenwirt beobachte ich aktuelle Entwicklungen in diesem Bereich mit großer Sorge….

Die Ansprüche der Mitarbeiter nehmen jedes Jahr zu – Was auch nicht verwunderlich ist. Überall fehlen Mitarbeiter und Unternehmen mit den besten Bedingungen sind die attraktivsten Arbeitgeber. Das Fehlen von Mitarbeitern hat aber die Konsequenz, dass die wenigen Verbleibenden mehr beansprucht werden müssen. Diese Überbeanspruchung führt aber wiederum dazu, dass sich viele von der oft stressreichen Branche der Gastronomie abwenden.

Auf der Hütte leben wir zusätzlich unter sehr eingeschränkten Umständen. Es fehlt an Platz für eine vernünftige Unterbringung, weil der vorhandene Platz für die bezahlenden Gäste benötigt wird. Das Verständnis, dass ein motivierter Mitarbeiter oft mehr Umsatz generieren kann als ein paar Gäste mehr, ist noch nicht überall durchgedrungen. Aber das Leben auf einer Berghütte macht auch sichtlich Spass, wie wir in unserem YouTube Video zeigen.

Leben auf einer Hütte – in der TEAM Playlist des komveni YouTube Kanal

Mir scheint, es fehlt vielfach das Bewusstsein, dass sich die Situation von einem Arbeitgebermarkt zu einem Arbeitnehmermarkt verändert hat. Es wird großes Augenmerk auf die Werbung für den Gast gelegt ohne dabei zu berücksichtigen, dass es – so blöd es auch klingen mag – heute einfacher ist einen guten Gast zu bekommen als ein gutes TEAM.

Die von mir veröffentlichten Erfahrungsberichte von ehemaligen Mitarbeitern sind daher einerseits Wertschätzung an mein TEAM und andererseits sollen diese Berichte eine Entscheidungshilfe für Leute auf Jobsuche sein, ob sie einen Hüttenjob machen wollen und ob er auch das Richtige für sie ist.

Hüttenwirt - bei der Arbeit - mein bester Freund immer dabei
Hüttenwirt – bei der Arbeit – mein bester Freund immer dabei

Mein Bester Freund

Der Hund mit der Sonnenbrille ist seit über 13 Jahren mein treuster, oft auch einziger Begleiter und MEIN BESTER FREUND. Der Wunsch einen Hund zu haben war, wie wohl bei vielen Kindern, schon ”immer” da.

Einen Hund zu haben bedeutet für mich aber auch, große Verantwortung zu übernehmen. Deshalb habe ich damit gewartet, bis meine Lebensumstände es erlaubten, dass mein Hund praktisch immer bei mir sein kann. Seit der Zeit, als er mich als Dog-Daddy akzeptiert hat, gibt es nur wenige Stunden und Tage, die er nicht in meiner Nähe verbringt. Ich habe viel von und mit ihm gelernt.

Da er seit seinem 4. Lebensjahr eine Erkrankung an den Augen (Schäferhundkeratitis) hat, fällt er leider nicht nur durch sein freundliches und ruhiges Wesen auf. Vielmehr gilt er für viele mit seiner Hundesonnenbrille als Attraktion, was für meinen besten Freund Grinch und mich oft sehr lästig ist. Er muss oft für Fotos die ihn nicht interessieren, herhalten und ich werde manchmal in mir ungelegenen Momenten genötigt, Gespräche darüber zu führen.

Ehrenamt

Ehemaliger Sanitäter beim österreichischen Roten Kreuz (Führungsposition Bezirk Feldkirch)
Ehemaliger Bergretter bei Bergrettung Tirol (Such- und Lawinenhundeführer)

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