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1% für die Umwelt

Ich lebe auf der Ravensburger Hütte als Hüttenwirt schon einige Zeit so nachhaltig, wie es geht. Seit ich auf Fuerteventura war, bin ich aber auch Teil der Initiative „1% für die Umwelt“ und spende 1% des Gewinns der Hütte an Organisationen, die sich für unseren Planeten einsetzen.

Inzwischen kommen auch immer wieder Fragen von meinen Gästen, was es mit dem Projekt auf sich hat. Und weil Umweltschutz uns alle betrifft, lade ich alle Gäste im Rahmen der Geburtstagsaktion ein mitzumachen.

Meine Zeiten auf Fuerteventura – eindrucksvoll.

Ein Sonnenuntergang vor ruhiger Meeresbrandung
An einem Strand auf Fuerteventura

Auf meiner ersten mehrmonatigen Reise 2015 nach Fuerteventura konnte ich ein wenig in den Lifestyle der Surfer eintauchen.

Das Leben auf den Kanaren ist locker und unbeschwert auf der von Sonne, Wind und Wellen geprägten Insel. Neben den Pauschaltouristen im Süden zieht der Norden der Insel Wind-, Kitesurfer und Wellenreiter wie magisch an – Nicht umsonst nennen die Surfer Fuerteventura das „Hawaii Europas“.

Individualisten, die in den Tag hinein leben und für die das Leben hier und jetzt brennt. Menschen abseits des Mainstreams, denen die Sonneninsel viel Weite, Einsamkeit, kilometerlange Strände, fast immer Wind und Swell und natürlich eine internationale Surf Community bietet.

In El Cotillo lag der Ursprung meiner Entscheidung, mitzumachen. Das traumhafte Fischerdorf im Nordwesten ist einer der beliebtesten Surf Spots auf den Kanaren und dort kam ich mit vielen von ihnen ins Gespräch.

„Plastic Kills“! – Wie „1% für die Umwelt“ enstand

Clean Ocean Project Shop in El Cotillo
Clean Ocean Project Shop in El CotilloFuerteventura

So unbeschwert die Surfszene in den Tag hinein lebt, so engagiert ist sie in Sachen Umweltschutz und Klima. Das überraschte mich.

Den Morgenkaffee, der zum Strand mitgeht, holt man sich im eigenen Edelstahl „to go“ Häferl. Und auch Plastiksticks zum Umrühren sind unerwünscht, Plastik Strohalme sowieso. In den Surfläden stehen Zahnbürsten aus Holz, nur kein Plastik bitte. Das Trinkwasser für den Beach wird zu Hause aus 5 Liter Kanistern in eine hydroflask Flasche umgepumpt, denn „plastic kills“.

Die Bilder, die ich an einsamen Stränden im Naturreservat Isla Lobos zu sehen bekam, gaben mir zu denken. Plastik überall: PET Flaschen, Öldosen, Becher, Plastiktaschen, Tauwerk von Schiffen, Styropor, das ganze Programm.

Das Clean Ocean Project rückt regelmäßig zu organisierten „beach cleans“ aus, um die Strände zu säubern. Sie stellen z.B. an Stränden aus Paletten zusammengebaute Plastik Recycling Stationen auf. Tonnen an Plastik werden so nur auf Fuerteventura jährlich gesammelt.

Das Schlimmste ist, dass wir noch nicht einmal 10% des Plastikmülls wieder zu Gesicht bekommen. Der „Rest“ liegt irgendwo im Meer versteckt am Grund oder treibt in grossen Müllhalden durchs Meer. Wale filtern Plastik aus dem Wasser und verenden, für Schildkröten werden Plastiktaschen zur tödlichen Falle, Delphine, Haie und Thunfische verheddern sich in achtlos weggeworfenen Plastikleinen – mit tödlicher Folge.

„Let My People Go Surfing!“ oder: mein erster Kontakt mit „1% für die Umwelt“

Ein Mann und ein schwarzer Schäferhund auf einem weiten, leeren Strand
Wandern – Black Hole Rucksack – am Strand auf den Kanaren

Das alles motivierte mich. Ich sollte auch etwas tun, ich wollte etwas tun. Wer bei einem Beach Clean dabei war, sieht, was eine Handvoll Menschen bewirken kann, wenn sie einen Tag lang engagiert anpacken.

Im Surfhostel, in dem ich auf Fuerteventura wohnte, kam mir das Buch „Let My People Go Surfing“ von Yvon Chouinard in die Hände. Die Lebens- und Unternehmensgeschichte des Gründers der Outdoor-Kette Patagonia faszinierte mich.

Selbst Pioneer und Ikone des Bigwall Kletterns machte Yvon Chouinard die Zweitbegehung von „The Nose“ am „El Capitan“ im Yosemiti Park in neuer Route, kletterte legendäre Erstbesteigungen, stand in einer Drittbegehung am gefürchteten „Cerro Fitzroy“ und das über eine neue Route, die „California Route“. Das Wetter Patagoniens, das einem Kletterer alles abverlangt, gab dem Unternehmen seinen Namen.

Schon in den 1960iger Jahren machte Yvon Chouinard für den Umweltschutz mobil, setzte sich für den Yosemiti Nationalpark ein und trat gegen Fixseile und Felshaken auf, die Bigwall Wände zu zerstören begannen. Und auch als Patagonia zum Milliardenunternehmen wurde, blieb Yvon Chouinard ein bescheidener Minimalist. Er hatte kein Interesse an größer, schneller, weiter und zeigte Finanzinvestoren die Tür, die das Unternehmen kaufen wollten.

Er intensivierte sein Engagement für den Umweltschutz. 2002 gründete der begeisterte Fliegenfischer Chouinard zusammen mit Craig Mathews, dem Gründer von „Blue Ribbon Flies“, die Organisation „1% FOR THE PLANET“, also „1% für die Umwelt“.

1% FOR THE PLANET, 1% für die Umwelt – ich mache mit!

Ich bin dabei! Was Impressionen von einer Sonneninsel und ein Buch doch bewirken können.

Bei der Initiative „1% FOR THE PLANET“ spenden Unternehmen 1% ihres Jahres-Nettoumsatzes oder 10% des Gewinns. Ab 2021 spende ich 1% meines Nettoumsatzes als Hüttenwirt der Ravensburger Hütte an eine Organisation, in der Geld nicht in einer aufgeblähten Organisation versickert. Die Mittel gehen direkt an geprüfte Projekte und Initiativen und ich kann mitentscheiden, wohin mein Beitrag fließt. Das alles war wichtig für mich, denn ich will kein gutes Gewissen, sondern eine Wirkung.

Das Logo von 1% for the Planet
Das Logo von 1% for the planet

Die Surfszene auf Fuerteventura hat mir gezeigt, was wenige in Sachen Umweltschutz bewirken können, wenn sie richtig anpacken und aus dem Mainstream ausscheren. Auf der Plattform Patagonia Action Works findet jeder Möglichkeiten, mit anzupacken, ob in Tirol, den kanarischen Inseln oder Australien – überall.

Mal sehen, wo ich anpacken kann, denn das Feuer brennt. Ich mache mit!